Versicherungsverträge

Ende 2019 wurde sowohl von der CSS als auch von der HSK das Anliegen eingebracht, den Administrativvertrag neu zu verhandeln. Unmittelbarer Anlass waren unter anderem die KLV-Änderung und die bevorstehende Neuregelung der Vergütung der Mittel und Gegenstände. Zudem waren seit dem Abschluss der ersten Verträge im Jahr 2016 vor allem auf der Seite der Krankenversicherer Prioritäten neu oder anders gesetzt worden.

Im ersten Halbjahr 2020 bereitete sich die interne Verhandlungsdelegation der Spitex-Verbände Spitex Schweiz und ASPS auf die Neuverhandlung vor, indem sie die prioritären Themen definierte, die zu erreichenden Ziele skizzierte und mögliche Verhandlungsspielräume umriss. Nach gewissen Schwierigkeiten zu Beginn der ersten Verhandlungssitzung verliefen die drei weiteren Verhandlungsrunden sehr konstruktiv und zur Zufriedenheit aller Seiten. Die letzten Differenzen konnten schliesslich beseitigt werden, sodass dem Inkrafttreten der beiden Verträge per April 2021 nichts mehr im Wege steht.

Tarifvertrag IV/UV/MV: Projekt Überprüfung Kostenparameter

Um für die Neuverhandlung der Tarife möglichst gute und belastbare Datengrundlagen zu erhalten, haben sich einige Spitex-Organisationen bereit erklärt, am Projekt zur Überprüfung der Kostenparameter, wie es der Tarifvertrag festlegt, teilzunehmen. Die Qualität der Daten, die im Rahmen dieses Projekts erhoben werden, steht und fällt mit der Einheitlichkeit der Zeit- und Leistungserfassung der teilnehmenden Spitex-Organisationen.

Seit Januar 2020 erfassen die Kinderspitex-Organisationen, welche für den IV-Bereich am Projekt teilnehmen, und die Spitex-Organisationen, welche Daten für den UV-Bereich liefern, ihre Zeit und ihre Leistungen nach den Vorgaben des neuen Finanzmanuals. Da auch dieses, trotz der genauen Beschreibungen der einzelnen Codes, anscheinend noch Interpretationsspielraum zuliess, wurden mehrere Austauschsitzungen durchgeführt. In diesem Rahmen konnten die Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Organisationen Fragen klären, Diskrepanzen beseitigen und damit ein gemeinsames Verständnis schaffen.

Das Projekt und somit auch das Bemühen um eine einheitliche Erfassung läuft bis Ende 2021 weiter.

Branchenentwicklung

Mit dem Ziel, dass auf das Jahr 2021 möglichst viele Spitex-Organisationen das neue Finanzmanual einführen, wurde ab Februar 2020 auf der neu aufgeschalteten Website das gesamte Finanzmanual zur Verfügung gestellt (www.spitex-finanzmanual.ch). Mit der Firma BDO wurde ein Supportvertrag abgeschlossen. Dieser regelt, dass alle Spitex-Organisationen, die das Finanzmanual abonnieren, sich mit ihren fachlichen Fragen in Bezug auf das Finanzmanual direkt an die BDO als Anlaufstelle wenden können.

Der Start des Innosuisse-Projekts im Frühling 2020, das zum Ziel hat, ein Führungscockpit mit hochauflösender Kostenrechnung sowie eine Spitex-Benchmarkplattform zu entwickeln, verursachte einen Entwicklungsschub beim Finanzmanual. Das Finanzmanual wurde nochmals vertieft überprüft, was zur Folge hatte, dass insbesondere die Teile «Finanzielles Rechnungswesen» und «Betriebliches Rechnungswesen» grundlegende Anpassungen erfuhren. Die Expertenkommission Finanzmanual, die per 2020 ihre Tätigkeit aufgenommen hatte, bildete hierzu einen Ausschuss, der diese Überarbeitung unter enormem Einsatz, zeitlichem Druck und mit massgeblicher Unterstützung durch Dr. Matthias Wächter, Projektleiter Innosuisse, leistete.

Mit der per September 2020 aufgeschalteten Version des Finanzmanuals liegt ein qualitativ hochwertiges Produkt vor, das mit der im Rahmen von Innosuisse erarbeiteten Kostenrechnung kompatibel sein wird.
Zahlreiche Spitex-Organisationen haben das Finanzmanual per 2021 eingeführt, andere wiederum haben kommuniziert, dass sie mit der Einführung zuwarten, bis das Tool für die Kostenrechnung zur Verfügung steht. Spitex Schweiz ist zuversichtlich, dass per 2022 die überwiegende Mehrheit der Spitex-Organisationen diesen Schritt machen wird.

Studie Komplexität

Immer mehr Spitex-Organisationen berichten, dass sie mit sehr komplexen Fällen konfrontiert sind. Was diese Komplexität beinhaltet oder ausmacht, ist jedoch schwierig zu beschreiben. Immer wieder stellt sich auch die Frage, ob aufgrund der komplexeren Fälle umfassendere Leistungen erbracht werden und, falls ja, ob diese auch leistungsgerecht in der Vergütung abgebildet werden.

Spitex Schweiz hat die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW mit einer Studie beauftragt, in deren Rahmen verschiedene Fragen zur Komplexität geklärt werden sollen. Im Rahmen einer Vorstudie hat die Projektleitung der ZHAW, zusammen mit einer Expertengruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Spitex-Organisationen, Faktoren definiert, die zur Komplexität beitragen. Auf dieser Grundlage soll im Rahmen der Hauptstudie geprüft werden, welchen Einfluss diese Komplexitätsfaktoren auf die Leistungen am Klienten haben und ob sie auch für die Vergütung der Leistungen relevant sind. Neben Workshops mit der Expertengruppe wird die ZHAW auch Analysen von Daten aus HomeCareData (HCD) durchführen, um aussagekräftige Resultate zu erhalten.

Übergeordnetes Ziel der Hauptstudie, die per Ende 2022 abgeschlossen sein soll, ist es, Grundlagen zu erarbeiten, auf die sich Spitex Schweiz im Rahmen der Diskussionen um die künftige Pflegefinanzierung (EFAS Pflege, Fallpauschalen usw.) stützen kann.

Überarbeitung Qualitätsmanual

Der Prozess zur Überarbeitung des Qualitätsmanuals von Spitex Schweiz wurde aufgegleist. Eine Begleitgruppe aus Fachpersonen aller Regionen der Schweiz wurde eingesetzt, um die Arbeiten 2021 zu starten.

Qualität / eHealth

Erfreulicher Rollout der neuen interRAI-Instrumente

Im Jahr 2020 konnten die interRAI-Module bei weiteren Spitex-Software-Anbietern zertifiziert werden. Bis Ende 2020 waren bis auf zwei alle bestehenden Software-Anbieter zertifiziert, neue kommen dazu. Eine Umfrage bei den zertifizierten Anbietern hat gezeigt, dass Ende 2020 bereits 350 Spitex-Betriebe das neue Modul interRAI HCSchweiz (und in 130 Fällen auch das interRAI CMHSchweiz Community Mental Health) in Betrieb haben. Der Rollout des neuen Instruments verläuft sehr erfreulich. Ab Mitte Jahr hatten die Fragen rund um die Anwendung der Abklärungshilfen (CAPs) und Skalen von Spitex-Fachpersonen zugenommen, ein Anzeichen, dass sich die Spitex-Organisationen vertieft mit dem neuen Instrument auseinandersetzten. Insbesondere das eLearning-Tool – aufgrund der Covid-19-Situation waren kaum Präsenz-Updateschulungen möglich – und auch die Website www.spitex-bedarfsabklaerung.ch waren hilfreiche Instrumente für viele Anwender/-innen. Der Austausch mit den interRAI-Ausbildner/-innen und die ERFA-Treffen der HomeCareData-Nutzer/-innen fanden im abgelaufenen Jahr digital per E-Mail, Telefon und Videokonferenz statt.

Steigende Nutzung von HomeCareData und neue Qualitätsindikatoren

Die Ablösung vom RAI-HC durch interRAI HCSchweiz hat einen positiven Effekt auf die Nutzung von HomeCareData (HCD). Dazu trägt sicherlich das neue Lizenzierungs-Modell bei, welches die Nutzung des Instruments wie auch dasjenige von HCD umfasst. Mittlerweile transferieren mehr als ein Viertel der Nonprofit-Spitex-Organisationen ihre anonymisierten Daten in HCD, und die Zahlen steigen kontinuierlich. Ebenso nimmt das Interesse vieler kantonaler Behörden am Spitex-Datenpool zu.

Ein neues Instrument zur Bedarfsabklärung führt zwingend auch zu aktualisierten und neuen Qualitätsindikatoren. In mehreren Workshops wurden die neuen Qualitätsindikatoren (basierend auf dem interRAI HCSchweiz) im Rahmen des NFP-74-Projektes «Bessere Daten zur Qualität der häuslichen Pflege (Spitex)» von Expertinnen und Fachpersonen aus der Spitex-Praxis evaluiert und definiert. Erste Berechnungstests konnten durchgeführt werden. Im Jahr 2021 wird die Programmierung in HCD umgesetzt.

Das EPD kommt, wenn auch verspätet

Die auf den 15. April 2020 vorgeschriebene Einführung des elektronischen Patientendossiers (EPD) hat sich verzögert. Erst Mitte Dezember 2020 wurde das erste zertifizierte elektronische Patientendossier am Kantonsspital Baden im Kanton Aargau eröffnet. In der Spitex, die heute gemäss der Bundesgesetzgebung nicht verpflichtet ist, mit dem EPD zu arbeiten, geht es nun darum, die Prozesse zur Anbindung ans EPD zu definieren. Unterstützung bietet dabei ein Leitfaden, den Spitex Schweiz basierend auf einem Leitfaden von Curaviva Schweiz erarbeitet hat. Dieser soll Anfang 2021 dreisprachig erscheinen. In diesem Leitfaden zeigt sich, dass insbesondere auch die Business-to-Business-(B2B)-Lösungen einen Mehrwert für die Spitex-Organisationen haben werden. Ende 2020 konnten auch die ersten Tests zur elektronischen Bedarfsmeldung im Rahmen des SHIP-Connector mit Spitex-Organisationen, Versicherern und Hausärzten durchgeführt werden. Die flächendeckende Einführung ist für 2021 geplant.

Portrait

Spitex Schweiz ist Gesprächspartnerin und Anlaufstelle für Behörden, Gesundheitsfachleute und Medienschaffende. Auf nationaler und interkantonaler Ebene vertreten wir die Interessen der Spitex gegenüber der Politik, den Partnerorganisationen und den Versicherern.
Mit finanzieller Unterstützung des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV koordiniert Spitex Schweiz die Fachfragen unter den 26 Kantonen.

Unsere Mitglieder sind die 24 Spitex­-Kantonalverbände. Diesen sind die rund 400 lokalen Spitex-Organisationen angeschlossen, welche über das ganze Land verteilt ihre Dienste für professionelle Pflege und Unterstützung zu Hause anbieten. Die nahezu 40’000 Spitex­-Mitarbeitenden (umgerechnet 19’089 Vollzeitstellen) pflegten und betreuten rund 312’000 Klientinnen und Klienten zu Hause.

Als Branchenverband fördern wir die professionelle Entwicklung der Spitex­-Dienstleistungen. Dazu veröffentlichen wir Fachpublikationen und stellen diverse Informationsunterlagen zur Verfügung.

Das Team der Geschäftsstelle:

Spitex Team

Marketing / Sponsoring

Als schweizweiter Marktführer für die professionelle Pflege und Unterstützung zu Hause geniesst die Spitex in der Öffentlichkeit ein ausgezeichnetes Image. Namhafte Unternehmen, die mit Spitex Schweiz langfristige Partnerschaften eingehen, profitieren von diesem wertvollen Imagetransfer. Spitex Schweiz bietet ihren Partnern und Sponsoren sowohl qualitative als auch quantitative Werte.

Im Berichtsjahr waren der Gesundheitslogistiker Cosanum sowie das Hörakustik-Unternehmen Neuroth Premiumpartner von Spitex Schweiz. Nach über sechs Jahren Partner- und Premiumpartnerbeziehung beendete Cosanum per Ende 2020 seinen Vertrag mit Spitex Schweiz. Cosanum ist weiterhin in der Spitex-Logistik tätig, verlagerte jedoch seinen Fokus aufgrund eines Generationenwechsels in der Führung verstärkt auf die Spital- und Heimlogistik. Cosanum und Spitex Schweiz pflegten eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit und stehen weiterhin in gutem Kontakt. Spitex Schweiz dankt Cosanum bestens für die vergangene Partnerschaft und das grosse Vertrauen.

Nach dem angekündigten Rückzug von Cosanum konnte Spitex Schweiz im Laufe des Berichtsjahres mit Publicare einen neuen Premiumpartner gewinnen. Publicare ist die schweizweit grösste Lieferantin und Dienstleisterin von medizinischen Hilfsmitteln in den Bereichen Inkontinenz, Stoma- und Tracheostoma-Versorgung sowie Wundbehandlung. Publicare unterstützt ihre Kundinnen und Kunden von der Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln bis hin zur Abwicklung mit der Versicherung.

Publicare versteht sich als Schnittstelle zwischen Endkunden, Fachpersonen, Institutionen, Leistungsträgern und Lieferanten. 1993 gegründet, unterstützen derzeit 90 Publicare-Mitarbeitende, davon 34 im Kundendienst und 11 im Aussendienst, ihre Kunden von der Beratung über digitale Anbindungen bis zur Abrechnung mit den Leistungsträgern. Die Premiumpartnerschaft mit Publicare startete am 1.1.2021.

Der zweite Premiumpartner von Spitex Schweiz ist seit mehreren Jahren das Hörakustik-Unternehmen Neuroth, das hochwertige Lösungen im Bereich Hörgeräte und Gehörschutz anbietet. Das Familienunternehmen aus Österreich beschäftigt derzeit rund 1200 Mitarbeitende in sechs Ländern. Das Ziel von Neuroth ist es, Menschen mit Hörminderung wieder in das soziale Leben zu integrieren. Neuroth bietet kostenlose Hörtests, persönliche Beratung zu den neuesten Hörgeräte-Technologien, Hausbesuche sowie umfassenden Service für alle Hörgeräte-Marken. Eines der gemeinsamen Projekte mit Spitex Schweiz sind die Mitarbeiterschulungen. Fachpersonen von Neuroth bilden dabei Spitex-Mitarbeitende, die in ihrer täglichen Arbeit mit Hörgeräten und Personen mit Hörminderung in Kontakt sind, im Umgang mit Hörgeräten aus. Im vergangenen Jahr wurden wegen der Pandemie keine Schulungen durchgeführt.

Namhafte Unternehmen, die über die gleichen Werte wie Spitex Schweiz verfügen, gehen mit Spitex Schweiz langfristige Partnerschaften ein. So ist zum Beispiel iba (Büromaterial, Büromöbel) bereits mehr als zwei Jahrzehnte Partner von Spitex. Und seit zwei Jahren ist Smart-Life Care Partner von Spitex Schweiz. Das Engagement ist auch ein Vertrauensbeweis für die Arbeit der Spitex.

Wir danken allen unseren Partnern für ihre Unterstützung und freuen uns auf die Fortsetzung dieser vertrauensvollen Zusammenarbeit. Mit ihrem wertvollen Engagement leisten sie einen wichtigen Beitrag, damit Menschen möglichst lange zu Hause leben können.

Premiumpartner 2020

  • Cosanum AG (Gesundheitslogistiker, bis 31.12.2020)
  • Neuroth (Akustik-Spezialist für Hörgeräte und Gehörschutz)

Partner 2020

  • iba (Büromaterial, Büromöbel)
  • SmartLife Care (Notruflösungen)

Projekt- und Lizenzpartner 2020

  • Rigert AG (Treppen- und Senkrechtlifte)
  • webways ag (Spitex-Website/Stellenportal)
  • Emil Frey (Jaguar, Lexus, Kia, Mitsubishi, Land Rover, Subaru, Suzuki, Toyota und per 1.11.2020 zusätzlich Citroën, Peugeot, Opel und DS Automobiles)
  • Kuhn und Bieri AG (Medizinprodukte und Verbrauchsmaterial)
  • Swisscom

Preferred Partners 2020

  • Bopp Solutions (Schlüsselaufbewahrungssysteme)
  • Fiat Chrysler Automobiles (Alfa Romeo, Fiat, Fiat Professional, Jeep, Abarth)
  • Renault
  • Smart/Mercedes
  • PSA Group (Citroën, Peugeot, Opel) (bis 31.10.2020)
  • Würth Financial Services (Versicherungsbroker)

Die meisten Firmen bieten den Spitex-Organisationen attraktive Sonderkonditionen an.
Detailliertere Informationen sind im Extranet von Spitex Schweiz zu finden.

Kommunikation

Im Pandemiejahr hatte die Spitex eine erhöhte Visibilität: Die breite Öffentlichkeit nahm via Medien und soziale Medien zur Kenntnis, dass die Spitex einen ausserordentlich wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie leistet, indem sie Corona-Patienten und Risikopersonen zu Hause pflegt und betreut und dadurch die Spitäler entlastet, die sich so auf die schweren und akuten Covid-Fälle konzentrieren können. Das Ressort Kommunikation verbreitete mehrere eigene Medienmitteilungen und hatte zudem fast dreimal mehr Medienanfragen zu bearbeiten als im Vorjahr.

Spitex-Tag: «Danke, Spitex!»

Der Spitex-Tag vom 5. September 2020 wurde unabhängig von der Pandemiesituation konzipiert, jedoch im Bewusstsein, dass die Spitex-Organisationen keine Anlässe mit Publikumsbeteiligung durchführen können. Beim Thema entschied sich das Ressort gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Kommunikation, das WHO-Motto «2020 – Jahr der Pflegenden und Hebammen» zu übernehmen und auf die Spitex anzupassen. Mit der Aussage «Danke, Spitex» wurden sowohl der Dank der Klientinnen und Klienten für die Arbeit der Spitex-Fachpersonen als auch der Dank der Spitex-Organisationen an ihre Mitarbeitenden zum Ausdruck gebracht.

Video-Grussbotschaft von Thomas Heiniger

Spitex Schweiz stellte den Kantonalverbänden und Basisorganisationen Kommunikationsmittel und Vorlagen zur Verfügung. Dazu gehört erstmals ein Spitex-Spot aus Standbildern, den 10 Deutschschweizer Kantonalverbände und das Tessin, teilweise in abgeänderter Form, während vier Wochen auf den Informations- und Werbebildschirmen von Apotheken schalteten. Der 15-Sekunden-Spot stellte der breiten Apothekenkundschaft die umfassenden Dienstleistungen der Spitex in Anlehnung an die aktuelle Imagekampagne vor.

Einzelne Spitex-Organisationen führten Mitarbeiteranlässe durch, andere nutzten den Spitex-Tag, um ihren Kunden ein kleines Geschenk zu übergeben. Thomas Heiniger, Präsident von Spitex Schweiz, dankte in einer Video-Grussbotschaft zum Spitex-Tag in Deutsch, Französisch und Italienisch allen Spitex-Mitarbeitenden in der ganzen Schweiz für ihren enormen Einsatz in diesem ausserordentlichen Pandemiejahr. Zuvor nahm er an einem Mitarbeiteranlass der Spitex Zürich Sihl teil, tauschte sich mit der Geschäfts-führerin aus und besuchte einen Stützpunkt. Spitex Schweiz schaltete zum Spitex-Tag mehrere Inserate in nationalen Publikums- und Fachmedien mit hoher Reichweite.

Extranet lanciert

Anfang Oktober 2020 ging das Extranet, das den internen Newsletter INFO ablöste, online. Dabei handelt es sich um eine digitale Plattform mit geschütztem Zugang für den Austausch von Spitex Schweiz mit den Kantonalverbänden und den Basisorganisationen. Diese nutzen die Plattform intensiv und sind dankbar für das Mailing, welches sie regelmässig auf die «News» und neue relevante Inhalte aufmerksam macht.

Jubiläumsausgabe des «Spitex Magazins»

Die Redaktion des «Spitex Magazins» hat im Berichtsjahr erneut eine grosse Fülle von spannenden Berichten über aktuelle Themen aus der Spitex-Welt verfasst und in der Printausgabe sowie in Auszügen auf der App, auf der Website und auf dem Facebook-Account publiziert. Für das 25-Jahre-Jubiläum des Dachverbandes, welches wegen der Pandemie nicht als Festanlass durchgeführt werden konnte, wurde eine Jubiläums-Spezialausgabe produziert. Darin blicken einige der wichtigsten Protagonistinnen und Protagonisten auf die interessante Geschichte der Verbandsgründung zurück. Und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erläutern, weshalb sie der Spitex seit 25 Jahren die Treue halten.

Die steigenden Userzahlen und die Interaktionen mit der Community belegen ein stark steigendes Interesse am Facebook-Auftritt des «Spitex Magazins», der weiter ausgebaut und intensiver bewirtschaftet wird.

Interessenvertretung

Indirekter Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative

Es scheint im Parlament Einigkeit zu bestehen, dass die Pflege gestärkt werden soll. Über das «Wie» sind sich die beiden Räte jedoch noch nicht einig. Es bestehen noch zwei gewichtige Differenzen: Der Ständerat befürchtet eine ungerechtfertigte Mengenausweitung, wenn die Pflege eigenständig Leistungen erbringen darf. Aus diesem Grund möchte er im Gegensatz zum Nationalrat eine Ausweitung der Kompetenzen an Vereinbarungen mit den Versicherern knüpfen. Im Bereich der Ausbildungsbeiträge möchte der Nationalrat mehr Verbindlichkeit zur Ausrichtung derselben, während der Ständerat den Kantonen mehr Handlungsspielraum überlassen möchte.

Spitex Schweiz und die anderen Arbeitgeberverbände der Pflege versuchen, zwischen den beiden Kammern zu vermitteln und den Weg für einen für beide Räte möglichen Vorschlag zu ebnen. Nach wie vor betrachtet Spitex Schweiz einen indirekten Gegenvorschlag zur Initiative als raschen und zielführenden Weg. Die Behandlung des Vorschlags wird voraussichtlich in der Frühjahrssession 2021 erfolgen.

«EFAS Pflege» – die Diskussion geht weiter

Im Jahr 2020 hörte man lange nichts zu diesem Thema. Dies, weil verwaltungsinterne Berichte zuhanden der Kommission erstellt wurden. Im November 2020 veröffentlichte der Bundesrat einen neuen Bericht, mit welchem er seine bisherige Haltung änderte: Neu erachtet auch der Bundesrat eine Integration der Pflege in ein einheitliches Finanzierungssystem als unterstützungswürdig. Die mit EFAS verbundenen Fragen werden 2021 und in den Folgejahren zentral zu behandeln sein.

Pflegematerial

In den meisten Kantonen konnten nach den Turbulenzen im Jahr 2018/2019 in der Zwischenzeit Lösungen für die Finanzierung des Spitex-Materials gefunden werden, dies jedoch verbunden mit der Aussicht auf eine rasche nationale Lösung. Diese stand am Ende des Berichtsjahres kurz vor dem parlamentarischen Abschluss. Die Krankenversicherungen sollen künftig wieder das Pflegematerial übernehmen, egal ob dies vom Klienten selbst oder durch die Spitex angewendet wird (Selbstanwendung und Fremdanwendung). Dennoch wird es Änderungen im System geben, da der Bundesrat künftig auch Material, welches ausschliesslich durch Fachkräfte angewandt wird (nur Fremdanwendung), zusätzlich in die MiGeL aufnehmen möchte. Eine Umsetzung der neuen Lösung wird von den Verbänden auf 2022 angestrebt, könnte aber auch bereits früher beschlossen werden.

Verbandsleitung

Die Delegiertenversammlung wählte SR Erich Ettlin in den Vorstand und verabschiedete seinen Vorgänger NR Lorenz Hess. Erich Ettlin ist Ständerat der CVP und Vizepräsident der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit SGK-SR.

Lorenz Hess war seit Mai 2013 im Vorstand von Spitex Schweiz. Er hat den Verband in den letzten Jahren in seiner politischen Arbeit massgebend vorangetrieben, unterstützt und Spitex Schweiz ein Gehör im Parlament verschafft. Spitex Schweiz bedankt sich bei NR Lorenz Hess herzlich für sein grosses Engagement für die ambulante Pflege und freut sich, dass er weiterhin im politischen Beirat von Spitex Schweiz vertreten ist.

Strategieprozess

Spitex Schweiz stellte sich im Berichtsjahr anspruchsvollen strategischen Themen rund um die Verbands- und Branchenentwicklung. Die Delegiertenversammlung erörterte aufgrund der Herausforderungen in der ambulanten Pflege und Unterstützung, wie sich der Verband in Zukunft positionieren muss, um diesen Herausforderungen gut zu begegnen. Sie verabschiedete eine Vision, Ziele und Aufgaben und legte damit den Rahmen für den Entwicklungsprozess fest. Die Delegierten setzten zudem eine Arbeitsgruppe ein mit Vertretern aus allen Regionen der Schweiz, welche den Vorstand bei diesem Prozess unterstützen wird. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit den strategischen Fragen war aufgrund von Covid-19 nur beschränkt möglich, da die Delegiertenversammlung im Mai sowie die Nationalverbandsversammlung im November digital durchgeführt werden mussten. Aufgrund der Situation hat der Vorstand im Dezember entschieden, dem Prozess mehr Zeit einzuräumen. Die Arbeiten werden 2021 fortgesetzt.

Die Delegiertenversammlung genehmigte die stufenweise Erhöhung der Mitgliederbeiträge, um eine neue Stelle Ökonomie bei Spitex Schweiz zu finanzieren. Die Stelle konnte bereits im Dezember 2020 besetzt werden. Die Schaffung dieser Stelle war dringend notwendig, um unter anderem die Grundlagen für die Debatte rund um die Pflegefinanzierung zu erarbeiten und die Verhandlungsposition von Spitex Schweiz zu stärken.

Bildung

Berufsbildung und Corona

Die Berufsbildung wurde 2020 durch Corona massiv beeinträchtigt. Für viele Lernende war die Situation wegen der Schulschliessungen äusserst anspruchsvoll. Für die Spitex-Organisationen war es herausfordernd, einen Mittelweg zwischen dem Recht der Lernenden auf Ausbildung und dem Schutz vor Ansteckungen zu finden.

Die Berufswahl wurde erschwert, weil Schnupperlehren oft nicht möglich waren. Der Bund gründete zusammen mit den Verbundpartnern die «Taskforce Perspektive Berufslehre 2020», Spitex Schweiz war auch hier involviert.
Die Qualifikationsverfahren (QV) bei den Abschlüssen der FaGe und AGS mussten neu definiert werden, da diese nicht im gewohnten Rahmen durchgeführt werden konnten. In der ganzen Schweiz wurden bei den FaGe und AGS keine praktischen Prüfungen durchgeführt. Die Benotung wurde anhand der Erfahrungsnoten und einer praktischen Beurteilung der Berufsbildner/-innen vorgenommen. Auch im schulischen Bereich fanden keine Prüfungen statt.

Neue Gremienstruktur in der Berufsbildung Schweiz

Im November 2020 wurde am nationalen Spitzentreffen der Berufsbildung die neue Gremienstruktur verabschiedet. Ab 2021 ist das nationale Spitzentreffen der Berufsbildung die oberste politische Ebene. Mit der Tripartiten Berufsbildungskonferenz TBBK wurde ein neues Gremium geschaffen, in welchem die drei Verbundpartner (Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelten) die strategische Steuerung der Berufsbildung wahrnehmen. Auf der operativen Ebene sind Dialogforen, Expertengruppen und Projektgruppen angesiedelt, die die konkreten Fragestellungen aus der Praxis bearbeiten. Hier ist das Projekt «Berufsbildung 2030» (BB2030) mit 30 Einzelprojekten angesiedelt. Spitex Schweiz wird sich in strategisch wichtigen Projekten engagieren.

organisation

Haushelferinnenkurse

Das Jahr 2020 war auch für die Anbieter von Haushelferinnen- und Haushelferkursen schwierig. Zahlreiche Kurse mussten aufgrund der Pandemie auf 2021 verschoben oder abgesagt werden. Nur vier Kurse konnten termingerecht durchgeführt werden.

Weiterentwicklung höhere Berufsbildungen

Spitex Schweiz delegierte erfahrene Spitex-Fachpersonen in die Qualitätssicherungskommissionen (QSK). Die Aufgaben der QSK bestehen in der Organisation und Durchführung der Prüfungen. So ist sichergestellt, dass in die neu konzipierten Weiterbildungen die spitexspezifischen Interessen einfliessen.

Die Bildungsinstitutionen sind bestrebt, die zahlreichen Weiterbildungs­angebote in den entsprechenden Kreisen, wie bei der Spitex, bekannter zu machen. Diese Weiterbildungen sind für Personen mit grosser Praxiserfahrung konzipiert, die kein Studium an der Fachhochschule machen möchten oder können. Für die Betriebe sind Mitarbeitende mit diesen Weiterbildungen ein Mehrwert. Folgende Prüfungen gibt es bereits oder sind im Aufbau:

Berufsprüfungen:

  • Fachmann/Fachfrau Langzeitpflege und Betreuung FA
  • Fachmann/Fachfrau Psychiatrische Pflege und Betreuung FA
  • Spezialist/-in für angewandte Kinästhetik FA

Fachprüfungen:

  • Fachexperte/-expertin Palliative Care HFP
  • Fachexperte/-expertin Onkologiepflege HFP
  • Fachexperte/-expertin Diabetesfachberatung

Im Aufbau:

  • Fachexperte/-expertin Geriatrie HFP
  • Fachexperte/-expertin Psychiatrie HFP
  • Fachexperte/-expertin Mütter- und Väterberatung HFP

Spitex Schweiz ist neu in der Trägerschaft HFP Geriatrische und psychogeriatrische Pflege sowie Psychiatrische Pflege vertreten.

Zusammenarbeit mit Verbänden im Bildungsbereich

Spitex Schweiz stand in regelmässigem Austausch mit den Verbänden OdASanté Schweiz, Curaviva Schweiz, H+, dem SBK und den Bildungsinstitutionen auf Ebene höhere Berufsbildung sowie Fachhochschulen und Universitäten. Die Zusammenarbeit und das gemeinsame Auftreten der Verbände in bildungspolitischen Fragen sind zentral und unverzichtbar für die Stärkung der Bildung.

Zentrale Aktivitäten

Politik

  • Zahlreiche Fragen in Zusammenhang mit Covid-19 mussten behandelt werden und zahlreiche Informationen wurden an die Mitglieder versandt.
  • Der indirekte Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative wurde in den beiden Räten behandelt.
  • Der Bundesrat erachtet EFAS-Pflege, die Integration der Pflege in ein einheitliches Finanzierungssystem, als unterstützungswürdig.
  • MiGeL wurde im Parlament behandelt und beschäftigt die Spitex weiterhin.
  • Diverse Stellungnahmen wurden verfasst.

 

Kommunikation

  • Durch Corona wurden rund dreimal so viele Medienanfragen bearbeitet wie üblich und die Mitglieder wurden in ihrer Medienarbeit unterstützt.
  • Der Nationale Spitex-Tag wurde kommunikativ begleitet, zusätzlich wurde hierfür ein Spitex-Spot aus Standbildern für die Informationsbildschirmen der Apotheken produziert.
  • Der interne INFO-Newsletter wurde durch ein Extranet abgelöst.
  • Die sechs Spitex Magazin-Ausgaben sind erschienen, davon war eine die Jubiläumsausgabe zur 25-Jahr Feier des Dachverbandes.

 

Bildung

  • Die Berufsbildung und die Berufswahl wurden 2020 durch Corona massiv beeinträchtigt. Bei den FaGe und AGS wurden keine praktischen Prüfungen durchgeführt.
  • Spitex Schweiz delegierte erfahrene Spitex-Fachpersonen in die Qualitätssicherungskommissionen (QSK).
  • Mit der Berufsbildungskonferenz TBBK wurde ein neues Gremium geschaffen, in welchem Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelten die strategische Steuerung der Berufsbildung wahrnehmen werden.

 

Qualität, eHealth

  • interRAI-Module konnten bei den meisten Spitex-Software-Anbietern zertifiziert werden.
  • HomeCareData verzeichnete eine steigende Nutzung.
  • Die Schaffung von neuen Qualitätsindikatoren ist lanciert.

 

Statistik

  • Die Nonprofit-Spitex ist mit einem Marktanteil von 79 % nach wie vor Marktleaderin.
  • Die Anzahl betreuter Personen, die Anzahl geleisteter Stunden sowie die Anzahl beschäftigter Personen sind weiterhin gestiegen.
  • Die Nonprofit-Spitex war mit komplexen Pflegesituationen konfrontiert. Diese wurden von entsprechenden Fachpersonen ausgeführt. Dies spiegelte sich auch in den Bildungsabschlüssen.

 

Branchenentwicklung

  • Das Finanzmanual konnte eingeführt werden.
  • Das lancierte Innosuisse-Projekt soll ein Führungscockpit mit hochauflösender Kostenrechnung sowie eine Spitex-Benchmarkplattform entwickeln.
  • Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW untersucht die Komplexität der Spitex-Fälle.

 

Versicherungsverträge

  • Die Administrativverträge CSS und HSK wurden neu verhandelt.
  • Spitex-Organisationen beteiligen sich am Projekt zur Überprüfung der Kostenparameter für den Tarifvertrag IV/UV/MV.

 

Marketing, Sponsoring

  • Nach über sechs Jahren Partner- und Premiumpartnerbeziehung
    beendete Cosanum den Vertrag mit Spitex Schweiz. Wir bedanken uns herzlich bei Cosanum für das langjährige Vertrauen.